Otto
Dix - Erster Weltkrieg - aus seiner Sicht als expressionistischer Maler
![]() Grab
(toter Soldat ) 1917, schwarze kreide ; 41*39,5 cm
Galerie Klihm, München, Katalog-Nr. 22 |
Von
Nationalkonservativen und Nazis gehasst war der Maler Otto Dix ein herausragender
Chronist seiner Zeit. Als Soldat im 1. Weltkrieg hielt er
unerbittlich das Elend des Krieges mit Stift und Pinsel fest. Die
Darstellungen in der linken Spalte sind auf die Jahre 1917 und
1922 datiert. Sie dienten dem Fotografen als Anregung zu dem Foto
mit den Hügeln auf den Schlachtfeldern von Verdun, wo im Frühling
Schlüsselblumen in großer Zahl wachsen. Die Werke sind dem Ausstellungskatalog "Otto Dix - Zwischen den Kriegen" entnommen. Die Ausstellungen fanden zwischen dem 9.9. bis 6.11. 1977 iGrab (toter Soldat ) 1917, schwarze kreide ; 41*39,5 cm Galerie Klihm, München, Katalog-Nr. 22 m "Haus am Waldsee", Argentinische Allee 30 in West-Berlin und vom 11.12. bis 22.1. 1978 im "Kunstverein Hannover, Sophienstr 2, Hannover statt. © Haus am Waldsee, September 1977 Der Fotograf besuchte damals diese Ausstellung und war so beeindruckt, dass er im Jahr 1991 Verdun besuchte um dort im Frühjahr in den gemarterten Wäldern im jungen Blätterrauschen das "Tristan-Motiv" von Richard Wagner zu hören glaubte. Aufschlussreich sein Kommentar als Ausstellungsbesucher, den er im Gästebuch festhielt. "Die Werke von Otto Dix betrachtet untermalt vom Rattern der Maschinengewehre und einzelnen Mörser-Explosionen, welche aus dem nahen Übungsgelände im Grunewald von den "amerikanischen Freunden" in die Stille dieser Ausstellung hineindringen. |
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![]() Toter
Soldat 1922
Radierwerk V "Tod und Auferstehung", Dresden 1922 Kunstmuseum Düsseldorf |
Die
Ausstellung im Jahr 1924 mit Werken von Otto Dix, insbesondere das
verschollene Werk "Schützengraben", erregte die bürgerliche Klasse
bis zum Äußersten. Es gab neben großer Zustimmung aber auch
wütende Proteste, weil die hehren deutschen Kämpfer mit ihrem
Blutopfer völlig verzerrt dargestellt würden. Besonders
ein gewisser Herr Dr. Konrad Adenauer, seines Zeichens
Oberbürgermeister von Köln, bewirkte schließlich, dass dieses
"Machwerk" entfernt wurde. Ein schönes Zeichen für das
Traditionsbewusstsein, das noch heute in der CDU/CSU die
Kriegslüsternheit beflügelt, besonders bei den Kleinkopfeten in
den Führungspositionen, die gern andere für ihre persönlichen
Profite sterben sehen. Wer mehr über die Reaktion der Dix'schen Malkunst in der damaligen Zeit wissen möchte, wo eine nationalsozialistische Partei in den Startlöchern kauerte und auch damals wie heute durch die Vorgängerpartei der CDU/CSU, das Zentrum, mit aktiver Schützenhilfe rechnen konnte, der lese diesen Artikel. Heute besorgt ein Kulturstaatsminister Weimer den Job des Herrn Adenauer als Kulturzensor, wobei offenbar die Bezeichnung "Kulturbanause" treffender ist. |
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