Aus der Lyrik - Reihe

- wenn Po-Ethik zur Analmoral gerät...


Bild-Nr.
Atlantikwall

v. Stephan Ebers



zum Anhören einfach auf den Startknopf klicken

1


Narbige Klötze,

die Tempel der Vernichtung.

Irrgärten eisernen Durchhaltewillens.

Gegen wen eigentlich?






2
Sehschlitze mit Meeresblick,

ein verengter Horizont

in dumpfer Feindeserwartung -

oder gar in guter Hoffnung?



3

Das zackig gebrüllte:

Jawoll, zu Befehl!“

verhallte in den Gängen

einer betonierten Angst.



4
Heute, in den leeren Höhlen

wo sich das Urtier Mensch

unberührbar wähnte:

Eine Müllkippe der Geschichte.



Die weißen Kacheln der Latrinen

uringebräunt vom:

Wir müssen alle mal -

auch in der Todesstunde“.



5
On ne passe pas -

dennoch brachen sie durch,

Erst Sandkastenspiele,

danach versickerte das Blut darin.


6

Der Wind streicht durch die leeren Bunker,

Sand dringt in die Zwischenräume ein

die Echos des Krieges -

ein Atemhauch lässt sie erklingen.



Diese Visionen damals:

Wer geschickt ist, der kann überleben.

Sie haben sich Fledermäusen gleich

in den Gängen aufgehangen.



Heute sind sie wieder erwacht

zu flatternden Wortgirlanden.

Der Feind erscheint bald.

Offenbarung der Rüstungsindustrie


7
Doch damals wie heute

gibt es nur einen Feind -

er ist mitten unter uns:

Die Aktionäre der Konzerne des Todes



8

Nachwort des Autors (2026):

Die erste Fassung dieses Gedichts entstand im Jahr 1991, als George Bush sen. den Krieg gegen den Irak vom Zaune brach. Für die Ausstellung „Krieg dem Kriege“ von AKKU (Arbeitsgemeinschaft Kunst & Kultur in Eifel und Ardennen) arrangierte der Autor einige Gedichte und stimmige Fotos unter dem Motto: „Gegen Kriege kriegen Frieden schenken“


Nach 35 Jahren ist die Zeit reif für die 2. Fassung dieses Gedichts im gegenwärtigen Krieg in Nahost. Für die Rüstungsindustrie besteht Anlass zur Hoffnung, dass diese schönen Kriege so richtig den Profit anheizen und die regierende Oberschicht weiter bereichern wird, zu welcher auch die Bundesmarionettenregierung gehört. Frei nach dem Motto: „Kanonen statt Butter“ fördert sie das „aktienverträgliche Frühableben“ fremder Menschen. Der Autor hat also noch ein weites Betätigungsfeld um gegen diesen Wahnsinn anzuschreiben, bis er dann seine Mobilmachung erhält, damit die sozial Schwachen durch dieses Frühableben den Sozialetat der Bundesregierung entlasten. Er hat sich aber bereits mobilisieren lassen und hofft mit diesem Beitrag noch mehr Bürger zu motivieren gegen die Diktatur der Oberschicht auf die Barrikaden zu gehen. Der Krieg dient nur den Profitinteressen einer Elite, die über Leichen geht, solange es nicht Angehörige dieser Herrenmenschenkaste sind. Alles andere ist vorsätzliche Volksverdummung.




Bild-Nr. Ort
1 Oberirdischer Bunker, Ouvrage Hackenberg, Maginot-Linie
2 Nordseeküste Insel Texel, Küver-Bunkeranlage, Ausguck z. Meer
3 Gleise zu Munitionsbunkern, Ouvrage Hackenberg, Maginot-Line
4 Waschgelegenheit, der Küche im Ouvrage Hackenberg, ebenda
5 bewegliche Beobachtungskuppel, Ouvrage Hackenberg, ebenda
6
Küver-Bunkerhauptgang auf Texel
7
Revolverkanone im Küverbunker zur Hafenverteidigung Hoek van Holland
8
Dunkerque (Nord-Frankreich) Atlantikwall

sämtliche Fotos sind vom Autor selbst angefertigt worden

zurück zur Hauptseite
zur Essig & Dizzkus-Marinade